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FeRD beim E-Rechnungs-Gipfel 2026 in Berlin

vonAndreas Michalewicz | Dominique Corazolla

Vereon AG / JFL Photography

Unter dem Motto „E-Rechnungspflicht: Lösungen für die erfolgreiche Umsetzung“ beleuchtete der 13. E-Rechnungs-Gipfel vom 22. bis 24. Juni 2026 in Berlin die aktuellen Entwicklungen zur Einführung der E-Rechnung in Deutschland. Auch in diesem Jahr war die AWV wieder Medienpartner der Veranstaltung.

„Der Rahmen steht, jetzt entscheidet die Umsetzung. E-Rechnung ist Teamsport: Softwareanbieter, IT-Dienstleister, sowie Wirtschaft und Verwaltung müssen gemeinsam performen.“ So verortete FeRD-Leiter Ivo Moszynski (DATEV) in seiner unterhaltsamen Keynote den aktuellen Stand der E-Rechnung in Deutschland, mit der er den E-Rechnungs-Gipfel 2026 eröffnete.

Ivo Moszynski, Leiter des Forums elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) zog Zwischenbilanz in seinem Vortrag „Deutschland auf dem Weg zur E-Rechnung: Kurz vor dem Ziel oder noch beim letzten Boxenstopp?”. (Foto: Vereon)

 

War der fiskalische Rahmen für die E-Rechnung vor einem Jahr noch nur ein spannendes Tagungsthema, so ist er jetzt weitgehend gesetzt. Allerdings mahnten Unternehmensvertreter noch eine ganze Reihe von Präzisierungen durch das Bundesministerium der Finanzen (BMF) an. – Sollte man also mit seinem E-Rechnungs-Projekt noch etwas warten, bis wirklich alles geklärt ist? Die Antwort lautete unisono: Auf keinen Fall! Das Datum ist gesetzt, und die E-Rechnung stellt nicht nur eine Verpflichtung dar, sondern auch eine Chance für die Wirtschaftsteilnehmer, ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit durch effizientere Abläufe zu steigern. 

Natürlich waren auch in diesem Jahr wieder technische Themen gesetzt, wie das jüngste Release des deutsch-französischen Hybridformats ZUGFeRD/Factur-X und der XRechnung, oder die aktualisierte Version der EN 16931. Großes Interesse bestand auch an steuerrechtlichen Fragen, die nicht nur im größeren Zusammenhang betrachtet wurden, sondern in Vorträgen und Gesprächen auch im fachlichen Detail beleuchtet wurden. Es wurde deutlich, dass KI keine Zukunftsvision mehr ist; wie selbstverständlich ist sie inzwischen zum integralen Bestandteil verschiedener IT-Lösungen geworden.

Andreas Michalewicz, stellvertretender FeRD-Leiter (2. v. re) in der Diskussionsrunde zum Thema „E-Rechnung im Mittelstand: Pflicht oder Chance?“ (Foto: Vereon)

 

Vertreter des FeRD waren auch in diesem Jahr wieder aktiv in das Programm des E-Rechnungsgipfels eingebunden. Andreas Michalewicz (Hessisches Ministerium der Finanzen sowie stv. Leiter des FeRD) diskutierte als Experte in einem Panel unter anderem mit Simone Schlewitz (Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V.) über die Frage „E-Rechnung im Mittelstand: Pflicht oder Chance?”. Er betonte, dass es besonders im Mittelstand, wo Ressourcen oft begrenzt sind, entscheidend sei, dass Standards einfach umsetzbar, kostengünstig und zukunftssicher sind. ZUGFeRD/Factur-X habe sich hier als pragmatische Lösung erwiesen, die sowohl die Anforderungen der Verwaltung als auch die Bedürfnisse der Wirtschaft erfüllt – und damit die Akzeptanz der E-Rechnung deutlich erhöht. Im Zusammenhang mit der Frage, was passieren müsse, damit die E-Rechnung nicht als isolierte Pflicht, sondern als integraler Bestandteil einer durchgängigen digitalen Prozesskette verstanden wird, machte Michalewicz deutlich, dass hier zwei Hebel entscheidend seien: Die öffentliche Hand müsse klare Signale setzen, um Unternehmen die Umsetzung zu erleichtern. Darüber hinaus die Entwicklung von Standards: Das FeRD arbeite daran, seinen Standard kontinuierlich weiterzuentwickeln – etwa durch die Anbindung an europäische Initiativen oder die Integration neuer Technologien wie KI-gestützte Rechnungsprüfung. „Wenn wir es schaffen, die E-Rechnung als Teil einer durchgängigen digitalen Wertschöpfungskette zu begreifen, dann wird aus der Pflicht eine echte Innovationstreiberin,“ fasste er zusammen.

Großes Interesse gab es auch an Informationen zur jüngst veröffentlichten Aktualisierung des hybriden E-Rechnungsformats ZUGFeRD/Factur-X, die Dominique Corazolla als Vertreter des FeRD in seinem Vortrag vorstellte. Die Zuhörer im vollbesetzten Saal nutzten ausgiebig die Gelegenheit, konkrete Fragen zu stellen. 

Dominique Corazolla, ehrenamtlicher Mitarbeiter im FeRD-Competence Center „Standards, Formate & Integration" stellte den aktuellen Stand in der Entwicklung von ZUGFeRD/Factur-X vor (Foto: Vereon)

 

Angesichts der bevorstehenden E-Rechnungspflicht findet vom 26.-28. Oktober 2026 in Frankfurt am Main ein weiterer E-Rechnungsgipfel statt. Die AWV wird die Veranstaltung wieder als Medienpartner unterstützen und sich erneut mit Vertretern des FeRD am Programm  beteiligen.

 

Der Einleitungsteil dieses Beitrags basiert auf dem offiziellen Veranstaltungsbericht von Gerhard Schmidt (www.rechnungsaustausch.org).

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